1. Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen dafür, dass sich der Körper Ihres Kindes mit einer Erkrankung auseinander setzt.
  2. Fieber liegt vor, wenn die Körpertemperatur Ihres Kindes über 38,5° Celsius liegt.
  3. Fieber sollte im After gemessen werden. Notieren Sie sich die gemessene Temperatur mit Angabe der Uhrzeit. Wehrt sich Ihr Kind gegen die Messung im After, können Sie die Temperatur im Mund oder mit einem Ohrthermometer im Ohr messen.
  4. Bei Fieber sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind behaglich warm, aber nicht zu warm angezogen ist.
  5. Fiebernde Kinder haben häufig weniger Appetit, sie sollten aber viel trinken. Bieten Sie vermehrt verdünnte Fruchtsäfte, Wasser oder Tee an.
  6. Hohe Temperaturen (über 39,5°) sind beim Kind nichts Ungewöhnliches. Fühlt sich Ihr Kind dabei wohl und spielt, braucht es kein Bettaufenthalt. Kurze und ruhige Aufenthalte sind erlaubt.
  7. Bei Fieber mit warmen Beinen können zur Temperaturregulierung kühlende Beinwickel gemacht werden. Diese können in 10-minütigen Abständen mit Brustwickeln abgewechselt werden. Beine und Brust dürfen nicht auskühlen.
  8. Ein Fiebermedikament in Form von Zäpfchen oder Saft, sollten Sie erst ab 39,5° geben, oder wenn Ihr Kind unruhig und unleidig ist, oder nicht schlafen kann.
  9. Ein Fieberkind können Sie jederzeit gefahrlos transportieren.
  10. Bei Fieber mit Infektzeichen informieren Sie frühzeitig Ihren Arzt. Infektzeichen sind:
    - Erbrechen
    - Durchfall
    - Schnupfen
    - Husten
    - Schmerzen aller Art
    - Ausschläge der Haut
  11. Ein Fieberverlauf ist bedrohlich:
    - wenn Ihr Kind jede Nahrung, vor allem Flüssigkeit, verweigert oder alles erbricht und massive Durchfälle hat;
    - wenn das Fieber auf Wickeltherapie oder ein Fiebermedikament überhaupt nicht anspricht;
    - bei ständig hohen Temperaturen über 40° und wenn Ihr Kind immer ruhiger und apathisch reagiert;
    - bei starken Kopf- und Nackenschmerzen und Bewusstseinstrübung;
    - bei Fieberkrampf

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Das Ziel der Behandlung einer Magen-Darm-Grippe ist vor allem das Wiederauffüllen des Körpers mit Flüssigkeit (Rehydratation). Auch Nährstoffen müssen wieder zugeführt werden. Fettige Nahrungsmittel (z.B. Wurst, Käse, Eier, etc.), Kuhmilch, Süßigkeiten, Süßspeisen und Fruchtsäure haltige Nahrungsmittel und Säfte sollten weggelassen werden.

An erster Stelle steht jedoch die Flüssigkeitszufuhr. Bei einer leichten Dehydratation brauchen außer einer Diät keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden. Als erstes sollte Tee gegeben werden. Der Tee sollte mit Salz und Zucker versetzt werden (Glucose-Salz-Tee, z.B. Kamille Tee mit 2 EL Traubenzucker und ½ TL Salz). In der Apotheke sind auch fertige Lösungen erhältlich. Nach einem Tag beginnt der stufenweise Wiederaufbau der Nahrungsaufnahme. Magenberuhigend wirkt in den ersten 2 Lebensmonaten Reisschleim. Ältere Säuglinge vertragen Karottensuppe oder Karottenbrei besser. Kleinkinder können Karottenbrei oder Kartoffelpüree (mit Wasser, nicht mit Milch) bekommen.

Rezept für Karottensuppe nach Moro: 500g geschälte Karotten in 1 Liter Wasser 1 bis 1,5 Stunden kochen, danach durch einen Sieb pressen oder in einem Mixer pürieren. Danach auf 1 Liter Suppe einen knapp gestrichenen Teelöffel Kochsalz hinzufügen und in kleinen Mengen verabreichen.

Danach sollten die Kinder Schonnahrung (wird auch oft als Heilnahrung bezeichnet) bekommen. Dabei handelt es sich um Normalkost, bei der aber der Fett- und Laktosegehalt reduziert ist. Magenschonend und unterstützend sind auch Röstbrot, Zwieback, mit Schale geriebener Apfel, Banane, Produkte aus gemahlenen Johannisbrotfrüchten.

Teephase und Diät sollten zusammen nicht länger als 2 Tage andauern. Die Dauer der Schonnahrung orientiert sich am Zustand des kranken Kindes. Obwohl die Schonnahrung keine dauerhafte Ernährung darstellt, kann sie dem Kind verabreicht werden, bis sich die Stühle und der Zustand des Kindes normalisiert haben. In schwereren Fällen kann das auch einige Wochen lang andauern.

Bei starkem, andauernden Erbrechen können sie Antiemetika, z.B. Vomacur oder Emesan Zäpfchen oder Vomex A Saft geben. Diese sollten aber sehr zurückhaltend verwendet werden.
Wirkt ihr Kind apathisch, behält länger als 6-12 Stunden nichts bei sich, erbricht sofort alles wieder oder hat blutige Durchfälle melden Sie sich bitte in der Praxis.

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Um es gleich vorweg zu sagen: Stillschwierigkeiten können bei entsprechender Unterstützung meist rasch beseitig werden, sofern Mutter und Kind das wirklich wollen. (Es gibt tatsächlich Baby die es ablehnen gestillt zu werden.)
Während der Stillzeit treten nicht selten Stillkrisen auf, die direkt nach der Geburt (Schock, Erschöpfung), um den 10. Lebenstag, während der 4.-6 Woche und nach dem dritten Lebensmonat gehäuft zu beobachten sind.

Woran liegt das?
Unmittelbar nach der Geburt besteht bei vielen Müttern der Wunsch Ihr Baby sofort anzulegen. Das ist auch richtig so! Das frühe Anlegen fördert den Milcheinschuss (der allerdings noch ein oder zwei Tage auf sich warten lassen kann), das Neugeborene bekommt erste Kalorien, und seelisch bedeutet das Anlegen: "Ich will für dich da sein."Verständlich wenn sich alle darauf freuen, und das "Andocken" nach Kräften unterstützen. Im Hintergrund lauert allerdings auch der große Erwartungsdruck, dass jetzt alles klappen muss, was frau/man sich bisher theoretisch angelesen hat.

Das Baby wird angelegt, nuckelt vielleicht ein wenig, doch weiter passiert nichts...... So geht das ein paarmal hin und her .Das beglückende Gefühl des Stillens will sich partout nicht einstellen, wenn es mit aller Macht und unter großem Druck erzwungen werden soll. Wenn dann noch Erschöpfung, vielleicht auch Angst und Sorge begleitend hinzukommen geht gar nichts mehr. Der Gedanke ".wenn das schon so losgeht, wie wird es dann erst morgen oder in zwei Wochen sein " schleicht sich heran und setzt sich im Kopf fest.

•  Zunächst einmal muss deutlich hervorgehoben werden, dass Stillkrisen und Stillprobleme weder mit Versagen noch mit Unfähigkeit zu tun haben. Stillen als Dialog ist gewöhnungsbedürftig und muss daher geübt werden. Es ist also ganz normal, wenn es hier und da einige Tage dauert, bis alles wie geschmiert läuft. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Mütter sollten sich deshalb nicht unter Druck setzen (oder setzen lassen!)

•  Gelingt der Stillversuch anfangs nur unbefriedigend, dann ist eine Zufütterung mit Wasser oder ungesüßtem Tee eine gute Überbrückungshilfe.

•  Viele Hebammen raten übrigens zu zeitlich begrenzen Stillversuchen, um das Brustgewebe nicht zu überfordern

•  Dauert der Milcheinschuss ein paar Tage (was ebenfalls kein Drama ist) dann kann dem Tee oder Wasser vorübergehend etwas Traubenzucker beigesetzt werden, um die Kalorienzahl zu erhöhen. Muttermilch ist auch stark zuckerhaltig. In der Zwischenzeit wird weiter regelmäßig angelegt. Mütter müssen wissen, dass durch dieses Vorgehen das dem Stillen zugrunde liegende Prinzip von Angebot und Nachfrage nicht gestört wird. Der Vorteil ist aber, dass die meisten Kinder ruhiger werden, weil sie nicht unter Durst leiden. Sie saugen sich nicht so sehr an der Brust fest. Unter diesen Maßnahmen stellt sich der Milcheinschuss garantiert ein!
Spätere Stillkrisen werden verursacht, weil viele Mütter besorgt glauben, sie bekämen ihre Kinder nicht mehr satt. Insbesondere in den oben angegebenen Zeiträumen machen die meisten Kinder Wachstumsschübe durch. Sie benötigen daher mehr Kalorien. Etliche Mutter bezweifeln in diesen Phasen, ob sie in der Lage sind, noch mehr Milch zu produzieren. Das ist verständlich, denn wer will sein Kind schon hungern lassen. Leider ist das sofortige Zufüttern aber keine gute Stillösung. Die hungrigen Kinder müssen vermehrt angelegt werden, damit über den verstärkten Saugreiz mehr Milch gebildet werden kann. Auch das klappt garantiert, weil sich die Brust inzwischen an die erhöhte Belastung gewöhnt hat. An täglicher guter Urinausscheidung und am weiter steigenden Gewicht sehen die Eltern, dass die Milchmenge auch jetzt in den allermeisten Fällen ausreichend ist.

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Was ist das?
Unter Pseudo-Krupp versteht man eine meist von Viren hervorgerufene Entzündung im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder. Die Schleimhäute schwellen an und können auch die Atemwege verengen, Atemnot ist die Folge.
Pseudo-Krupp-Anfälle treten eher im Herbst und Winter auf. Besonders gefährdet sind Kinder zwischen 6 Monaten und 3 Jahren, da in diesem Alter der Kehlkopf noch recht eng ist. Bei größeren Kindern bis zu 6 Jahren ist Pseudo-Krupp eher
selten, da der Kehlkopfbereich dann schon so groß ist, dass es bei einer Schwellung nur zu Heiserkeit kommt.

Wie äußert sich ein Pseudo-Krupp-Anfall?
Erste Erscheinungen von Atemnot beginnen meist in der Nacht. Die Schwierigkeiten beim Atmen – besonders beim Einatmen – machen sich durch deutlich pfeifende Atemgeräusche bemerkbar; auch ein trockener, bellender Husten sowie Heiserkeit sind typische Symptome. Das Kind weint, denn es fühlt sich nicht wohl und das Atmen fällt ihm schwer.
Erste Selbsthilfe-Maßnahmen

Ein Pseudo-Krupp-Anfall ist beängstigend. Trotzdem ist es wichtig, dass Sie als Eltern Ruhe ausstrahlen. Versuchen Sie, auch Ihr Kind zu beruhigen. Nehmen Sie
es auf den Arm, denn die aufrechte Haltung wird ihm die Atmung erleichtern und der Körperkontakt wird es trösten und beruhigen. Das Einatmen von feucht-kalter Luft kann helfen. Wickeln Sie Ihr Kind in eine Decke und gehen Sie mit ihm auf
den Balkon oder auf die Terrasse, oder setzen Sie sich mit ihm an ein weit geöffnetes Fenster. Wenn Ihr Kind es zulässt, können Sie ihm zusätzlich den vorderen Halsbereich z. B. mit einer Kältekompresse kühlen. Bieten Sie Ihrem Kind stilles Wasser zum Trinken an, eventuell können Sie das Wasser auch etwas süßen.

Behandlung durch Arzneimittel/Homöopathika
Aconitum und Spongia Globuli sind neben den oben beschriebenen Maßnahmen sehr gute Mittel zur Behandlung. Dabei wird Aconitum bei plötzlichem Auftreten aus dem Schlaf heraus und ohne Vorzeichen, Spongia bei Heiserkeit, krampfhaftem Husten, Auftreten tags und nachts und großer Ängstlichkeit gegeben.
Bei ausbleibender Besserung haben sich Kortison Zäpfchen (z.B. Klismacort oder Rectodelt 100 mg Supp.) als Notfallmedikament bewährt. Sie lassen die Schleimhäute abschwellen und Ihr Kind kann wieder frei atmen. Haben Sie keine Angst vor Nebenwirkungen. Die typischen Nebenwirkungen von Kortison treten nur bei einer längeren Kortison-Therapie auf, die Einmalgabe wie beim Pseudo-Krupp wird im Regelfall sehr gut vertragen.

Ernste Pseudo-Krupp-Anfälle
Ein Pseudo-Krupp-Anfall ist ernst, wenn sich der Zustand Ihres Kindes durch die Selbsthilfe-Maßnahmen nicht bessert, sich die Lippen und Fingernägel Ihres Kindes bläulich verfärben oder wenn Sie Erstickungsgefahr befürchten. Zögern Sie dann nicht und rufen Sie ärztliche Hilfe (Kinderarzt, Notarzt).

Arztbesuch
Aber auch nach einem leichten Anfall sollten Sie, vor allem nach dem ersten Mal, unbedingt die Praxis aufsuchen. Wir beraten Sie gerne persönlich über Vorbeugemaßnahmen, Ihre Verhaltensweise im Falle eines Anfalls und die Therapieoptionen.

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